
Rumäniens Bildungs- und Ausbildungssystem steht vor einer wichtigen Herausforderung: digitale Kompetenzen stärken und Lehrkräfte sowie Lernende auf den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz vorbereiten. Da KI im Unterricht und im Berufsleben zunehmend an Bedeutung gewinnt, müssen diese Aufgaben gemeinsam angegangen werden.
Laut dem „Education and Training Monitor 2025“ der Europäischen Kommission verfügten 2023 lediglich 27,7 % der Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren in Rumänien über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. Der EU-Durchschnitt lag bei 55,6 %.
Die Herausforderung zeigt sich auch bei jüngeren Lernenden. In der ICILS-Studie 2023 erreichten 74 % der rumänischen Schülerinnen und Schüler der achten Klasse, überwiegend etwa 14 Jahre alt, das grundlegende Kompetenzniveau im Bereich computer- und informationsbezogener Kompetenzen nicht. Der Durchschnitt der 22 teilnehmenden EU-Länder betrug 43 %.
Die berufliche Bildung nimmt in Rumänien einen bedeutenden Platz ein. Im Jahr 2023 besuchten 61,3 % der Lernenden auf der Sekundarstufe II und im postsekundären, nichttertiären Bereich berufliche Bildungsgänge. Der EU-Durchschnitt lag bei 52,4 %.
Gleichzeitig hatten 2024 nur 7,2 % der jüngsten Absolventinnen und Absolventen beruflicher Bildungsgänge im Alter von 20 bis 34 Jahren Erfahrungen mit Lernen am Arbeitsplatz gesammelt. Der Monitor nennt einen EU-Durchschnitt von 65,2 %. Dieser Indikator erfasst mindestens einmonatige Erfahrungen an einem Arbeitsplatz, die Bestandteil des Bildungsprogramms waren.
Die Zahlen verdeutlichen den Bedarf an besseren digitalen Grundlagen und mehr Möglichkeiten, Unterricht mit beruflicher Praxis zu verbinden.
KI kann Lehrkräfte bei der Entwicklung entsprechender Lernaktivitäten unterstützen. Im Gastronomieunterricht lassen sich Materialien zur Lebensmittelhygiene an unterschiedliche Lesekompetenzen anpassen. Im Bereich Handel können Szenarien für Kundengespräche mit zunehmender Schwierigkeit entstehen.
Lernende können anschließend KI-generierte Antworten mit geprüften Unterrichtsmaterialien vergleichen, Fehler erkennen und ihre Entscheidungen begründen. So werden berufliches Wissen, kritisches Denken und die Prüfung von Informationen gemeinsam gefördert.
Lehrkräfte brauchen dafür Zeit zum Erproben, Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie Sicherheit bei der Bewertung generierter Inhalte. Klare Lernziele und die unterschiedlichen Voraussetzungen der Lernenden bilden die Grundlage.
AI4VET trägt durch Bildungsressourcen, Weiterbildungsangebote, die gemeinsame Entwicklung von Unterrichtsplänen und praktische Pilotaktivitäten dazu bei. Das Projekt unterstützt einen verantwortungsvollen KI-Einsatz, der berufliches Lernen zugänglicher und relevanter machen kann.
Welcher Bereich würde Ihrer Einrichtung am meisten helfen: stärkere digitale Grundlagen, mehr Lernen am Arbeitsplatz oder zusätzliche Weiterbildung für Lehrkräfte?
Quellen: Europäische Kommission — Education and Training Monitor 2025: Romania | Cedefop — Vocational education and training policy briefs 2024: Romania






