KI in der beruflichen Bildung: Ausbildungsprogramme an eine veränderte Arbeitswelt anpassen

Künstliche Intelligenz gewinnt bei der Entwicklung, Überprüfung und Aktualisierung beruflicher Bildungsprogramme an Bedeutung.

Der OECD-Bericht „Developing Vocational Education and Training with Artificial Intelligence“, veröffentlicht am 23. Juni 2026, untersucht diese Entwicklung. Er beschreibt, wie KI zur Analyse von Arbeitsmarkttrends, zur Ermittlung neuer Kompetenzbedarfe, zur Zuordnung von Kompetenzen und zur Entwicklung von Lehrplänen und Qualifikationen eingesetzt wird. Beispiele aus den Niederlanden, der Schweiz, Estland und Deutschland zeigen unterschiedliche entstehende Anwendungen und Pilotinitiativen.

Für Berufsbildungseinrichtungen betrifft dies eine zentrale Herausforderung: Ausbildungsangebote relevant halten, während sich Technologien, Berufe und Arbeitsabläufe verändern. Bei der Überarbeitung eines Programms muss geklärt werden, welche Kompetenzen wichtiger werden, welche angepasst werden müssen und wie sich diese Veränderungen in den Lernergebnissen widerspiegeln sollen.

KI kann helfen, die dafür benötigten Informationen zu strukturieren und miteinander zu vergleichen.

Stellen wir uns ein Bildungszentrum vor, das ein Programm für Wartungs- und Instandhaltungstechniker überarbeitet. KI-Werkzeuge könnten bestehende Lernergebnisse mit aktuellen Stellenbeschreibungen und Rückmeldungen von Arbeitgebern vergleichen und Anforderungen an digitale Diagnostik oder neue Geräte hervorheben. Lehrkräfte und Unternehmen würden anschließend beurteilen, ob diese Ergebnisse Änderungen an praktischen Aufgaben, Lernmaterialien oder Prüfungen begründen.

Ähnliche Analysen könnten die Entwicklung modularer Lernwege und von Microcredentials unterstützen. Einrichtungen könnten damit gezieltere Angebote zum Erwerb bestimmter Kompetenzen prüfen.

Die OECD betont, dass KI in bestehende Steuerungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden sollte. Informationssammlung, Beteiligung der relevanten Akteure, fachliche Prüfung und administrative Aufgaben können von KI-Unterstützung profitieren. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt bei den beteiligten Menschen und Institutionen.

Das ist wichtig, weil die Einführung weiterhin uneinheitlich und häufig experimentell erfolgt. Unvollständige oder veraltete Daten können zu irreführenden Schlussfolgerungen führen. Verzerrungen und eingeschränkte Transparenz können die Verlässlichkeit von Empfehlungen beeinträchtigen. Übermäßiges Vertrauen in generierte Ergebnisse kann außerdem gemeinsame Beratungen schwächen, die zur Qualität und Relevanz beruflicher Qualifikationen beitragen.

Eine erfolgreiche Umsetzung braucht deshalb verlässliche Daten, geeignete digitale Infrastruktur, klare Zuständigkeiten und die Beteiligung von Lehrkräften, Arbeitgebern und öffentlichen Stellen. Einrichtungen benötigen auch Kompetenzen, um KI-Ergebnisse einzuordnen und ihre Datengrundlage zu prüfen.

Diese Erkenntnisse bieten einen wichtigen Kontext für AI4VET. Das Projekt stärkt die KI-Kompetenzen von Lehrkräften, unterstützt KI-gestützten Unterricht und Beratung, fördert inklusives Lernen und erprobt praktische Anwendungen in Einrichtungen.

Der Aufbau dieser Kompetenzen kann Berufsbildungsanbieter dabei unterstützen, fundierte Gespräche über veränderte berufliche Anforderungen und die Aktualität bestehender Lernaktivitäten zu führen.

KI kann Einrichtungen helfen, schneller auf Veränderungen zu reagieren, wenn ihr Einsatz durch Fachwissen, Transparenz und gemeinsame Verantwortung getragen wird.

Welcher Teil der Programmüberarbeitung würde in Ihrer Einrichtung besonders von KI profitieren: die Analyse des Kompetenzbedarfs, die Zuordnung von Kompetenzen oder die Vorbereitung von Änderungsvorschlägen?

Materialquelle: OECD — Developing Vocational Education and Training with Artificial Intelligence

Bildquelle: UNESCO-UNEVOC — Integrating AI in TVET: Launch of a practical guide for institutions

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