
KI-Kompetenz wird zu einem wichtigen Bestandteil von Bildung. Lernende und Lehrkräfte brauchen Gelegenheiten, die Funktionsweise künstlicher Intelligenz zu verstehen, ihre Ergebnisse kritisch zu prüfen und durchdachte Entscheidungen über ihre Nutzung zu treffen.
Eine Studie von Common Sense Media aus dem Jahr 2024 ergab, dass sieben von zehn US-Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren generative KI genutzt hatten. TALIS 2024 berichtete im OECD-Durchschnitt von 36 Prozent der Lehrkräfte der Sekundarstufe I, die KI beruflich nutzten. Die Daten betreffen unterschiedliche Gruppen und bieten Anknüpfungspunkte für Gespräche über Bildungsbedarf und Unterstützung.
Am 18. Juni 2026 stellten die Europäische Kommission und die OECD den AI Literacy Framework für die Primar- und Sekundarbildung vor. Er bietet eine gemeinsame Orientierung für das Verständnis und die verantwortungsvolle Nutzung von KI durch Lernende und unterstützt Lehrkräfte, Schulleitungen und politische Entscheidungsträger.
Der Rahmen umfasst vier Bereiche: mit KI interagieren, mit KI gestalten, KI steuern und KI-Systeme mitgestalten. Sie verbinden kritische Bewertung, kreative Arbeit, Entscheidungen über die Delegation von Aufgaben und die Weiterentwicklung von Systemen im Einklang mit menschlichen Werten.
Für die berufliche Bildung sehen wir eine wertvolle Möglichkeit, diese Grundsätze anhand praktischer Aufgaben zu erkunden. Lernende können besprechen, wie KI-generierte Informationen überprüft werden sollten, welche Tätigkeiten von KI-Unterstützung profitieren könnten und wie sie ihre Entscheidungen begründen.
Eine Lehrkraft könnte beispielsweise eine KI-generierte E-Mail an einen Kunden analysieren lassen. Vermittelt sie die beabsichtigte Botschaft? Sind die Angaben korrekt? Welche Änderungen würden sie für die Situation geeigneter machen? Die Begründung dieser Änderungen kann digitale Kompetenzen mit beruflicher Kommunikation und fundiertem Urteilsvermögen verbinden.
Auch Lehrkräfte brauchen Zeit und Unterstützung, um ihren eigenen Ansatz zu entwickeln. Praktische Beispiele, kollegialer Austausch und Möglichkeiten zum Erproben von Werkzeugen können helfen, KI-Kompetenz mit Fachwissen und Unterrichtszielen zu verbinden.
Im Projekt AI4VET möchten wir diesen Prozess durch Bildungsressourcen, berufliche Weiterbildung, gemeinsame Workshops und Pilotaktivitäten unterstützen. Unser Augenmerk liegt auf bewussten pädagogischen Entscheidungen und Lernaktivitäten, in denen KI untersucht, angewendet und reflektiert wird.
Die Entwicklung von KI-Kompetenz ist eine fortlaufende Bildungsaufgabe. Sie verlangt Neugier, kritisches Denken und Aufmerksamkeit für die Menschen, auf die Technologie wirkt.
Welchen Aspekt der KI-Kompetenz würden Sie in Ihrem Unterricht besonders hervorheben?
Lesen Sie den Rahmen:
OECD: AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education
Bildquelle:
Europäische Kommission — Learning Corner






